Einsatz des Schulfernrohres Telementor
zuletzt geändert 06.05.2006



1. Literatur

2. Einige Einsatzgebiete des Fernrohres

3. Wichtiges Hinweise für die Sonnenbeobachtung

4. 20 Regeln für die Abend- bzw. Nachtbeobachtung

5. Erläuterungen zu den Beobachtungsregeln (auch wichtige Formeln)


nach oben 1. Literatur:

    - Lehrbuch Astronomie > Beobachtungsaufgaben
    - Arbeitshefte zum Astronomieunterricht
    - diverse astronomische Jahrbücher
    - Physikbücher der verschiedenen Jahrgangsstufen

nach oben 2. Wofür ist das Schulfernrohr nutzbar?

  • in Astronomie und Physik in Zusammenhang mit Mathematik
  •    1. zur astronomischen Beobachtung Astronomie Klasse 10 bzw. Klasse 9 Kurs I

       2. Optik Klasse 7 optische Geräte :  

      - Aufbau und Funktionsweise ( Vergrößerung, Verdichtung des Energiestromes) siehe Foliensatz
      - Wirkung von Sammellinsen Lupe (z.B. Okular benutzen)
      - Papier anbrennen hinter Okular Benutzung von weißem und schwarzem Papier =>
        Absorptionsvermögen
      - Gefahren bei der Sonnenbeobachtung

       3. Physik Klasse 9 (Wahlteil Astronomie) sowie Physik und Astronomie Klasse 10

      - Bestimmung des wahren Durchmessers von Sonnenflecken
      - Nachweis der Rotation der Erde
      - Nachweis der Rotation der Sonne
      - Einstellung von Himmelskörpern am Fernrohr nach Werten auf der drehbaren Sternkarte
      - Nord Süd Ausrichtung des Fernrohres bei Nachtbeobachtungen

      - Beobachtungsaufgaben im Rahmen des Astronomieunterrichtes (siehe Lehrbücher, Arbeitshefte, usw.)

  • Einsatz als Teleobjektiv für die Fotografie (Erd- und Himmelsfotografie) umgekehrtes Bild

  • nach oben Wichtige Hinweise für die Sonnenbeobachtung:

      - niemals direkt in die Sonne schauen => Hilfsmittel benutzen
      - nur Objektivsonnenfilter benutzen!!! => kein Okularfilter Gefahr des Durchbrennens
        oder
      - Projektionsmethode mit Sonnenprojektionsschirm

    nach oben Weitere Hinweise für Abend- und Nachtbeobachtungen:

      1. Lasse deinem Fernrohr genügend Zeit zur Temperierung an die Umgebungstemperatur!
      2. Wähle als Beleuchtung des Beobachtungsplatzes rotes Licht mit l > 660nm und mit einer
          Leuchtdichte < 50fach der Umgebungsleuchtstärke!
      3. Gewöhne deine Augen ausreichend lange an die Dunkelheit! Die optimale Adaptionszeit beträgt 30 min.
      4. Schließe vor einer kurzzeitigen Blendung das Beobachterauge um die folgende Adaptionszeit zu verkürzen!
      5. Wähle Beobachtungsobjekte möglichst in großer Höhe! Teile deine Beobachtungszeit entsprechend ein!
      6. Beginne jede Beobachtung mit geringer Vergrößerung! Steigere dann die Vergrößerung bis zum Optimum!
      7. Wähle die geeignete Vergrößerung:
      - Normalvergrößerung für maximale Flächenhelligkeit
      - förderliche Vergrößerung für maximale Auflösung
      - starke Vergrößerung für maximale Reichweite
      - Grenzvergrößerung durch Atmosphäreneinfluss

      # schlechte Luft: max. 100fach
      # mäßige bis gute Luft: ca. 1...1,5 EPF (in mm)
      # sehr gute Luft: ca. 2...2,5 EPF (in mm)

      8.  Vermeide eine Austrittspupille unter 0,5mm!
      9.  Verschenke kein Licht durch zu große Austrittspupille!
      10. Entspanne deine Augen! Vermeide das Zukneifen oder Blinzeln!
      11. Vermeide einen starren Blick! Das Auge muss wandern, damit sich die Sehstoffe regenerieren können.
      12. Stelle deine Augen auf unendlich ein Akomodation!  Fokussiere deshalb zum Objektiv hin!
      13. Beobachte nach Möglichkeit beidäugig! (Feldstecher, binokularer Ansatz)
      14. Erlerne bewusstes Sehen:

      Das Auge gleitet nicht, es springt. Daher können schwache Objekte "übersprungen" werden.
      Beachte, dass scharfes Sehen nur in einem zentralen Blickwinkel von ca. 2 Grad möglich ist.
      Suche Objektfelder nicht zu schnell ab. Wähle Fixierpunkte mit einem Abstand von max. 5 Grad.
      Verweile an den Fixierpunkten mindestens 1 sec.
      Suche schwächste Details durch indirektes Sehen!
      Zentriere deine Augenpupille auf die Austrittspupille des Fernrohres!
      15. Lasse dich bei flächenhaften Objekten nicht vom Simultankontrast des Auges täuschen!
      Kleine Objekte wirken heller als flächige trotz gleicher Leuchtdichte.
      Scharfe Konturen können vorgetäuscht sein, wenn dunkle Erscheinungen vor hellem Hintergrund stehen
      (Marskanäle, Kernschatten bei Mondfinsternissen)

      16. Verwende für die Beobachtung des Mondes Neutralfilter, um die Leuchtdichte während der Beobachtung
           auf unter 50facher Umgebungsleuchtdichte zu reduzieren!
      17. Verwende Farbfilter für die Planetenbeobachtung! Sie reduzieren den Simultankontrast des Auges und
           erhöhen den Farbkontrast der Planetendetails.
      18. Während der Dämmerung benutze ein Orangefilter, um das Blau des Himmels zu unterdrücken!
      19. Kommt es auf höchstmöglichen Kontrast an, verwende ein helles Grünfilter! Es reduziert das sekundäre
           Spektrum und filtert die für das Auge empfindlichste Wellenlänge aus.
      20. Richte das Fernrohr für eine möglichst bequeme Körperhaltung ein!


    nach oben Erläuterungen zu den Beobachtungshinweisen:

         Das Fernrohr:

      Öffnung

      - bestimmt eintretenden Lichtstrom
      - begrenzt Auflösungsvermögen!
      Austrittspupille

      = Bild der Eintrittspupille = kleinster Strahlenquerschnitt
         maximale Helligkeit flächenhafter Objekte, wenn Austrittspupille = 
         Augenpupille

      Auflösungsvermögen

      - bestimmt förderliche Vergrößerung
      - Auge löst ca. 2 auf, daraus folgt förderl. Vergrößerung. rund EPFin mm
      Grenzreichweite

      - bestimmt durch punktförmige Quellen (Sterne)
      - stärkere Vergrößerungen reduzieren die Hintergrundhelligkeit, aber
        der Einfluss der Atmosphäre wächst (Durchsicht)

        Berechnungen (einige nützliche Formeln und Daten):

      Öffnung = Eintrittspupille Fernrohr

      D = EPF

      Austrittspupille Fernrohr

      APF

      Eintrittspupille Auge

      EPA

      Normalvergrößerung:
      APF = EPF
      VN = EPF / EPA
    oder

      VN = fObjektiv / fOkular

      Förderliche Vergrößerung:

      VF = EPF (in mm)

      Starke Vergrößerung:

      VS = max. 2.5 EPF (in mm)

      Beispiel:
      EPF = 80mm ,
      EPA = 8 mm
      => VN = 10fach;
      VF = 80fach;
      VS = 200fach



    zuletzt geändert 06.05.2006